Im Sommer verändert sich die Raumluft durch die steigenden Temperaturen – die Außenluft ist wärmer, Räume heizen sich schneller auf und die Ozonbelastung ist erhöht. Außerdem werden Gerüche durch die Hitze oft intensiver wahrgenommen. Lüftungs- und Klimaanlagen brauchen im Sommer also eine Filtertechnik, die Partikel aus der Luft entfernen kann, und Verunreinigungen und störende Gerüche reduziert.
Warum belastet Hitze die Raumluft zusätzlich?
Sommerliche Temperaturen wirken sich nicht nur auf das Wohlbefinden aus. Auch die Luftqualität kann sich verändern, sodass in Innenräumen Gerüche bei Wärme oft deutlicher wahrgenommen werden. Küchenbereiche, Sanitäranlagen, Produktionsräume, Lagerflächen oder Bereiche mit Lösungsmitteln und organischen Dämpfen können dadurch schneller zur Belastung werden.
Hinzu kommt die Belastung durch Ozon. Ozon ist ein gasförmiger Reizstoff, der vor allem an heißen, sonnigen Tagen in Bodennähe entstehen kann. Bodennahes Ozon entsteht nicht direkt aus einer einzelnen Quelle, sondern bildet sich bei intensiver Sonneneinstrahlung aus Vorläuferstoffen wie Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen. Typisch sind warme, sonnige Hochdruckwetterlagen. Für Betreiber von Lüftungsanlagen ist das ein Anlass, die eingesetzte Filterlösung genauer zu prüfen.
Aktivkohle
Aktivkohle ist sehr porös und feinkörnig, mit einer ähnlichen inneren Struktur wie ein Schwamm. Dadurch hat das Material eine große innere Fläche und eine hervorragende Filterleistung.
Kohlefilter werden eingesetzt, wenn die Anforderungen zu hoch für klassische Partikelfiltration sind. Taschenfilter, Kompaktfilter oder Schwebstofffilter reinigen Raumluft vor allem von Staub, Pollen und anderen Partikeln. Aktivkohlefilter binden bestimmte gasförmige Stoffe und Gerüche durch Adsorption. Das macht sie besonders gut für raumlufttechnische Anlagen in Gewerbe, Industrie, Gebäudetechnik und sensiblen Innenbereichen.
Was Aktivkohlefilter in Lüftungsanlagen leisten
Adsorption ist der Vorgang der Anlagerung von gasförmigen Stoffen an der Oberfläche eines Materials, in diesem Fall Aktivkohle. In der Praxis werden Aktivkohlefilter eingesetzt, um unerwünschte Gase, Lösungsmitteldämpfe, Tabakrauch, Abgase und viele flüchtige organische Verbindungen zu reduzieren.
Wichtig ist dabei: Ein Aktivkohlefilter ersetzt nicht automatisch jede andere Filterstufe. Er ergänzt die mechanische Filtration. Grobe und feine Partikel sollten vorher möglichst zuverlässig abgeschieden werden, damit die Aktivkohle nicht unnötig mit Staub belastet wird. In vielen RLT-Anlagen sitzt die Aktivkohlestufe deshalb hinter einem passenden Vor- oder Feinfilter.
Für die Auslegung sind mehrere Faktoren entscheidend:
- Luftvolumenstrom der Anlage
- Art und Konzentration der gasförmigen Belastung
- Temperatur und Feuchtigkeit
- vorhandener Bauraum
- gewünschte Standzeit
- Bauform des Filters
- technische Vorgaben der bestehenden Anlage
Gerade im Sommer lohnt sich ein genauer Blick auf die Betriebsbedingungen. Neidert Aktivkohlefilter sind für den optimalen Einsatz bis maximal 50 °C vorgesehen (bei höheren Temperaturen kann die Adsorptionsleistung beeinträchtigt werden). Deshalb sollte bei Anlagen mit erhöhter Prozesswärme, warmer Abluft oder ungünstigen Einbausituationen geprüft werden, welche Filterlösung technisch sinnvoll ist.
Praktische Tipps: Einsatz der passenden Filterstufe
In vielen Gebäuden wird Luftqualität zuerst über Temperatur und Luftfeuchtigkeit wahrgenommen. Sobald es jedoch nach Lösungsmitteln, Abgasen, Küche, Rauch, Sanitärbereich oder „verbrauchter Luft“ riecht, reicht eine reine Partikelfiltration oft nicht aus. Denn Gerüche und viele chemische Belastungen bestehen aus gasförmigen Bestandteilen.
Aktivkohlefilter sind genau für solche Aufgaben entwickelt. Sie binden geruchsaktive Stoffe und können dazu beitragen, die Zuluft oder Umluft spürbar angenehmer zu machen. Das ist nicht nur eine Komfortfrage. In Büros, Schulen, Hotels, Kliniken, öffentlichen Gebäuden oder Produktionsbereichen beeinflusst Luftqualität auch Konzentration und Arbeitsumfeld.
Eine Lüftungsanlage sollte deshalb nicht nur nach Partikelbelastung bewertet werden, sondern auch danach, welche gasförmigen Stoffe im jeweiligen Umfeld relevant sind. Aktivkohle kann in vielen Fällen ein sinnvoller Baustein sein, wenn gasförmige Belastungen und Gerüche reduziert werden sollen. Entscheidend ist die passende Auslegung für die konkrete Anlage.
Kompaktfilter mit Aktivkohlekern
Nicht jede Anlage bietet ausreichend Platz für eine separate Aktivkohlestufe. Genau hier ist der Kompaktfilter mit Aktivkohlekern interessant. Er kombiniert ein synthetisches F7-Filtermedium mit einem integrierten Aktivkohlekern. Dadurch werden nicht nur Feinstaub, Pollen und weitere Partikel abgeschieden, sondern zusätzlich Gerüche und gasförmige Schadstoffe gebunden.
Diese Lösung eignet sich besonders dort, wo eine kompakte Bauweise gefragt ist. Die V-Zellen-Bauweise bietet viel Filterfläche in einem platzsparenden Filterpaket. Das ist in bestehenden RLT-Anlagen häufig ein entscheidender Vorteil, weil der vorhandene Bauraum nicht beliebig erweitert werden kann.
Typische Einsatzbereiche
- Büro- und Verwaltungsgebäude
- Hotels
- Schulen
- Kliniken
- Rechenzentren
- Küchenbereiche
- Sanitärbereiche
- gewerbliche und industrielle Lüftung
Der Vorteil liegt in der Kombination zweier Funktionen: mechanische Filtration und Adsorption in einer Filterstufe. So kann die Anlage kompakt bleiben, während gleichzeitig Partikel und störende gasförmige Belastungen reduziert werden.
Wann ein separater Aktivkohlefilter sinnvoll ist
Ein separater Aktivkohlefilter ist besonders dann passend, wenn Geruchs- oder Gasbelastungen im Vordergrund stehen oder eine bestehende Anlage gezielt um eine Aktivkohlestufe ergänzt werden soll. Neidert fertigt Aktivkohlefilter unter anderem in unterschiedlichen Bauformen wie Patronen, Kassetten oder Matten. Dadurch lassen sich die Filter auf vorhandene Filterrahmen, Einbausituationen und technische Anforderungen abstimmen.
Das ist vor allem bei Sonderanlagen, älteren RLT-Anlagen oder individuellen Industrieanwendungen wichtig. Nicht jede Anlage arbeitet mit Standardmaßen. Wenn vorhandene Filtergeräte, Rahmen oder Einbauräume besondere Abmessungen vorgeben, ist eine passgenaue Fertigung oft die beste Lösung.
Sommer-Check: Worauf Betreiber achten sollten
Vor und während längerer Hitzephasen lohnt sich ein kurzer technischer Check des Belüftungsgerätes. Besonders bei Geruchsproblemen sollte nicht nur geprüft werden, ob die Anlage läuft, sondern auch, ob die eingesetzte Filtertechnik noch zur Belastung passt.
Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Treten Gerüche trotz laufender Lüftung auf?
- Haben sich Beschwerden über „muffige“ oder reizende Luft gehäuft?
- Gibt es saisonal höhere Belastungen durch Außenluft, Küche, Sanitär oder Produktion?
- Ist die Aktivkohleschicht möglicherweise gesättigt?
- Sind Vorfilter und Feinfilter rechtzeitig gewechselt worden?
- Passt die Filterstufe zum tatsächlichen Luftvolumenstrom?
- Wird die maximale Einsatztemperatur eingehalten?
Bei Aktivkohlefiltern ist die Sättigung nicht immer direkt sichtbar. Während ein Partikelfilter häufig durch steigenden Differenzdruck auffällt, kann die Wirkung eines Aktivkohlefilters schleichend nachlassen. Ein typisches Zeichen ist, dass Gerüche schneller wieder wahrnehmbar sind oder trotz laufender Anlage bestehen bleiben.
Die passenden Filter für saubere Luft im Sommer
Wir fertigen in Essen Standardfilter und Sondermaße für unterschiedliche Anwendungen in Lüftungs- und Klimaanlagen. Für Betreiber, Lüftungsbauer, Heizungsbauer, Industrieunternehmen und öffentliche Einrichtungen ist das besonders praktisch, wenn vorhandene Anlagen individuelle Maße, spezielle Rahmenmaterialien oder besondere Filterkombinationen erfordern.
Ob klassischer Aktivkohlefilter, Aktivkohlelösung in Patronen-, Kassetten- oder Mattenform oder kompakter Kombinationsfilter mit Aktivkohlekern: Entscheidend ist immer die genaue Anforderung der Anlage. Welche Luftmenge wird bewegt? Welche Stoffe sollen reduziert werden? Wie viel Bauraum steht zur Verfügung? Welche Standzeit ist realistisch? Und welche Filterstufe schützt die Aktivkohle sinnvoll vor Partikelbelastung?
Unser Team berät Sie gerne individuell und findet die passende Lösung für Ihre Anforderungen. Gerade im Sommer, wenn Hitze und gasförmige Belastungen stärker in den Fokus rücken, kann die richtige Aktivkohlefilterlösung den Unterschied machen.
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