Als Virenfilter werden im Kontext der Lüftungstechnik Filtrationslösungen bezeichnet, die virusbeladene Aerosole aus der Luft entfernen. Einzelne Viren sind sehr klein, bewegen sich in Innenräumen jedoch überwiegend in Tröpfchen oder an Partikeln gebunden. Allgemeine Lüftungsfilter nach ISO 16890 senken die Partikelgrundlast, Schwebstofffilter nach EN 1822 beziehungsweise ISO 29463 übernehmen die hocheffiziente Abscheidung. HEPA-Filter der Klassen H13 und H14 erreichen geprüfte Abscheidegrade am MPPS und werden in medizinischen Einrichtungen, Laboren, Reinräumen und kritischen Produktionsbereichen eingesetzt. Für wirksame Ergebnisse ist die Gesamtauslegung entscheidend. Dazu gehören passende Volumenströme, eine dichte Einbausituation, geprüfte Dichtungen und die Vermeidung von Umströmungen. Lecktests und regelmäßige Integritätsprüfungen stellen sicher, dass der Filter die spezifizierte Leistung erbringt. Eine Vorfilterstufe erhöht die Standzeit der HEPA-Filter und stabilisiert den Druckverlust. Betreiber sollten klare Wechselkriterien definieren, Differenzdruck überwachen und Wartungen dokumentieren. Filtration ist ein Baustein in einem umfassenden Hygienekonzept. Ergänzend wirken ausreichende Außenluft, geeignete Luftführung und eine gute Flächenhygiene. Mobile Luftreiniger mit zertifizierten HEPA-Filtern können in Bestandsgebäuden ergänzen, ersetzen jedoch keine fachgerecht betriebene RLT-Anlage. In Projekten mit besonderen Anforderungen kommen Gehäuse mit Gel-Seal, strömungsgünstige Halterungen und verifizierte Medien zum Einsatz.